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Warum der vereidigte Versteigerer?

VERWERTUNG VON UNTERNEHMENSANTEILEN

ALTERNATIVE ZU GERICHTSVOLLZIEHER ODER NOTAR

 

Unternehmensanteile können alternativ über die sogenannte freiwillige Versteigerung verkauft werden. Hingegen ist bei verpfändeten Gesellschaftsanteilen die Verwertung über den Weg der öffentlichen Versteigerung zwingend.

Die freiwillige Versteigerung ermöglicht die Ermittlung des höchstbietenden Käufers. Auch bei börslich gehandelten Aktien gibt es Käufer, die es vorziehen, Aktienkäufe außerbörslich zu tätigen und deshalb bereit sind, einen etwas höheren Betrag als den ermittelten Kurs zu bezahlen. Dem allgemein öffentlich bestellten, vereidigten Versteigerer ist es erlaubt, Aktien, Unternehmensanteile und sonstige Rechte durch Freiverkauf oder Versteigerung für Dritte zu verkaufen und übernimmt deshalb auch den Verkauf über die freiwillige Versteigerung.

Bei der Verwertung von Pfandrechten an Gesellschaftsanteilen gewinnt das vertragliche und gesetzliche Pfandrecht zunehmend an Bedeutung. Seit einiger Zeit spielt bei der Forderungsbesicherung und  der Restrukturierung die Verpfändung von Unternehmensanteilen eine immer größere Rolle. Dieses Vorgehen ermöglicht dem Pfandgläubiger eine zeitnahe Durchsetzung seiner Ansprüche bei gleichzeitigem Erhalt des Unternehmens.

Auf den Vorteil bedachte Gläubiger erhalten über die Pfandverwertung von Unternehmensanteilen bei der Umsetzung die Chance, die Hebelwirkung zwischen Eintrittspreis und Nominalwert richtig anzuwenden. Die gesetzliche Regelung nach § 1239 BGB eröffnet dem Gläubiger die Gelegenheit, im Pfandverwertungsprozess die Anteile (z.B. über eine New-Co.) selbst zu erwerben und diese mit den Forderungen gegen das Schuldnerunternehmen selbst zu bezahlen. Eine eventuell darüber hinaus noch offene Forderung bleibt weiterhin bestehen und könnte in einem eventuell anstehenden Insolvenzverfahren geltend gemacht werden. Bei richtiger Gestaltung verliert der Pfandgläubiger auch bei zwischenzeitlich eingetretener Insolvenz des Pfandgebers nicht sein Verwertungsrecht und bewahrt sich somit alle Handlungsoptionen.

Die Durchführung der Pfandverwertung erfolgt grundsätzlich im Wege der öffentlichen Versteigerung. Die Durchführung von öffentlichen Versteigerungen sind hoheitliche Akte und dürfen nach Legaldefinition § 383 BGB nur von dazu bevollmächtigten Personen durchgeführt werden. Bei der Verwertung von Unternehmensanteilen sind dazu allgemein öffentlich bestellte, vereidigte Versteigerer, Notare und Gerichtsvollzieher berechtigt. Diese werden zu unterschiedlichen rechtlichen Rahmenbedingungen tätig. Da es sich bei Pfandrechtsverwertungen um sogenannte Notverkäufe handelt, bei denen auch die Rechte des Schuldners zu berücksichtigen sind, sollte zu Beginn des Verwertungsverfahrens überprüft werden, zu welchen Konditionen das bestmögliche Verwertungsergebnis zu erzielen ist.

Bei der rechtssicheren Abwicklung der Versteigerung sind genaue Kenntnisse über ihren Ablauf sowie das Vorhandensein aller notwendigen Verträge eine zwingende Voraussetzung. Aufgrund erfolgreich durchgeführter Verwertungen verfügen DIE AUKTIONSPROFIS über das erforderliche Know-how. Die Erfahrung zeigt, dass beim Verwerten von Unternehmensanteilen das Erzielen eines bestmöglichen Verwertungsergebnisses nicht allein auf das Schalten von Pflichtanzeigen und den reinen Versteigerungsvorgang zu reduzieren ist. Die eigentliche Herausforderung stellt das Identifizieren und aktive Generieren von geeigneten Finanzinvestoren dar. Dazu sind nationale und internationale Verbindungen sowie fundierte kaufmännische Kenntnisse und Berufserfahrung unerlässlich, wie es durch unser Team gewährleistet ist.

 

Bei der Beauftragung eines allgemein öffentlich bestellten, vereidigten Versteigerers ergeben sich institutionell begründete Vorteile gegenüber einer Verwertung durch Notare oder Gerichtsvollzieher.

 

Der öffentlich bestellte, vereidigte Versteigerer arbeitet bei der Verwertung von Unternehmensanteilen nach den Bedingungen der Versteigererverordnung (VerstV). Er kalkuliert eine Versteigerung unter kaufmännischen Gesichtspunkten. Weiterhin unterliegt er keiner Gebührenordnung, aber er ist verpflichtet, die Versteigerung zu angemessenen Kosten durchzuführen. Neben einer Verwertungspauschale erhält der Versteigerer regelmäßig einen prozentualen Anteil am Versteigerungserlös als Vergütung. Aufgrund dieses Eigeninteresses bedarf es keiner weiteren Durchführungsbestimmungen nach ZPO. Nach § 6 Abs. 1 VerstV hat der Versteigerer die Versteigerung ortsüblich bekannt zu machen. Da demzufolge ohne Mindestpreis versteigert wird, kann die Versteigerung beim ersten Termin abgeschlossen werden.

Das Erstellen eines Gutachtens oder einer Due Diligence ist nicht erforderlich. Der auf Unternehmensanteilsverwertung spezialisierte öffentlich bestellte, vereidigte Versteigerer verfügt üblicherweise über das notwendige Vertragswerk, um die Verwertung von Unternehmensanteilen rechtssicher abwickeln zu können. Notare und Gerichtsvollzieher haben viele Aufgaben zu übernehmen. Für sie ist die Durchführung einer Versteigerung eine Sondersituation. Der allgemein öffentlich bestellte, vereidigte Versteigerer verfügt aufgrund seiner professionellen Spezialisierung bereits über Kontakte zu Kaufinteressenten und das Know-how, wie am besten Bieter zu generieren sind. Seine Beauftragung stellt sicher, dass die Verwertung von Unternehmensanteilen weisungsfrei, unparteiisch und unter der Beachtung der Rechte aller Beteiligten bestmöglich und zu angemessenen Kosten durchgeführt wird. Deshalb besteht Rechtssicherheit für alle Beteiligten.

 

Versteigerung durch den Gerichtsvollzieher


Die öffentliche Versteigerung von Unternehmensanteilen durch den Gerichtsvollzieher ist in der Geschäftsanweisung für Gerichtsvollzieher der GVGA und der Zivilprozessordnung ZPO geregelt. Gerichtsvollzieher sind nach den Regularien der Zivilprozessordnung tätig. Bei eingehender Betrachtung ist festzustellen, dass die Verwertung durch den Gerichtsvollzieher nicht zum Billigtarif zu haben ist. Größter Kostentreiber ist die Maßgabe, dass der Gerichtsvollzieher zunächst ein Gutachten über den Wert der Unternehmensanteile erstellen lassen muss, in der Regel durch einen öffentlich bestellten, vereidigten Sachverständigen. Gemäß  § 817a ZPO Mindestgebot (1) darf  der Zuschlag nur auf ein Gebot erteilt werden, das mindestens die Hälfte des gewöhnlichen Verkaufswerts der Sache erreicht (Mindestgebot). Der gewöhnliche Verkaufswert und das Mindestgebot sollen bei dem Ausbieten bekannt gegeben werden. Zu berücksichtigen ist insbesondere auch der Faktor Zeit. Die Erstellung eines solchen Gutachtens setzt eine Unternehmensbewertung voraus. Der Zugang zu den relevanten unternehmensinternen Informationen ist kurzfristig kaum möglich.

 

Versteigerung durch den Notar


Die öffentliche Versteigerung von Unternehmensanteilen durch den Notar wird ebenfalls nach der Zivilprozessordnung ZPO durchgeführt.

Wie der Gerichtsvollzieher muss auch der Notar zunächst eine Due Diligence zur Ermittlung des Unternehmenswerts erstellen lassen. Notare werden im Falle einer öffentlichen Versteigerung durch Beauftragung der anwaltlichen Gläubigervertretung tätig. Der Gläubigeranwalt trägt dafür Sorge, dass alle rechtlichen Voraussetzungen erfüllt sind, erstellt den Versteigerungsvertrag, die Versteigerungsbedingungen und sorgt für den Datenraum und die Besichtigung, ebenso für sämtliche gesetzlich vorgegebenen Bekanntmachungen und die Durchführung aller weiteren Regularien. Diese Leistungen werden entweder nach Anwaltsgebührenordnung berechnet oder üblicherweise auf Basis eines vereinbarten Stundenhonorars. Die mit Gesellschaftsrecht  befassten Kanzleien berechnen in der Regel Stundenhonorare ab 500 Euro.

Notare sehen ihre Kernkompetenz in der Protokollierung von Verträgen, Urkunden und Übertragungen. Weder ein Notariat noch eine Anwaltskanzlei ist auf das pro-aktive Identifizieren und Generieren von Finanzinvestoren eingerichtet. § 1237 Satz 1 BGB gibt aber vor, dass eine Pfandrechtsversteigerung öffentlich bekannt gemacht werden muss. Bei der Auslegung eines Gesetzes ist zu berücksichtigen, welche Funktion es zum Zeitpunkt der Anwendung haben kann (BVerfG 34, 238). Die öffentliche Bekanntmachung ist kein Selbstzweck, sondern soll dazu dienen, dass eine möglichst große Anzahl Bieter in der Versteigerung erscheinen und mitbieten. Eine Minimalbewerbung, lediglich durch die Schaltung von Anzeigen in Druckmedien, genügt bei der Vielzahl der heutzutage genutzten Kommunikationskanäle, demzufolge nicht. Wird aber gegen die Vorschriften zur angemessenen öffentlichen Bekanntmachung verstoßen, ergibt sich die Rechtsfolge nach § 1243 BGB, dass die Versteigerung ungültig ist.

Wie der Gerichtsvollzieher unterliegt der Notar der Vorschrift des Mindestgebots. Bei der Versteigerung dürfen Unternehmensanteile beim ersten Versteigerungstermin vom Notar nicht unter 50 % des Werts gemäß § 817a ZPO Mindestgebot zuschlagen werden.
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